31. Filmschau Baden-Württemberg: Die Preisträger*innen

Die Gewinner*innen der Baden-Württembergischen Filmpreise 2025 stehen fest.

Filmschau Baden-Württemberg

‚Babystar‘ gewinnt Preis für besten Spielfilm

STUTTGART – Die Filmakademie Baden-Württemberg und die Hochschule für Medien in

Stuttgart räumen bei der 31. Filmschau Baden-Württemberg Preise ab. Das satirische Drama

‚Babystar‘ von Joscha Bongard gewinnt bei Landesfilmschau den Baden-Württembergischen

Filmpreis in der Kategorie Spielfilm, In dem Diplomspielfilm des Absolventen der

Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg prallen Social Media und Realität

aufeinander.

Der Gewinner des Baden-Württembergischen Filmpreises in der Kategorie Kurzfilm heißt

‚Majini‘ von Joshua Neubert, Student an der Filmakademie Baden-Württemberg in

Ludwigsburg, und dem tansanische Filmemacher Victor Muhagachi.

Den Baden-Württembergischen Filmpreis in der Kategorie Dokumentarfilm erhält ‚Born To

Fake‘ von Benjamin Rost, Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg,

und Erec Brehmer, Absolvent der Hochschule für Fernsehen und Film München. Dieser Preis

ist mit 1.000 Euro dotiert, gestiftet vom Haus des Dokumentarfilms – Europäisches

Medienforum Stuttgart e. V.

Oscar Jacobson, Absolvent des Animationsinstituts der Filmakademie Baden-Württemberg,

wurde für ‚Undying Pain of Existence‘ in der Kategorie Animationsfilm mit dem Baden-

Württembergischen Filmpreis ausgezeichnet.

Der Baden-Württembergische Filmpreis in der Kategorie VFX-Studios geht an die Artists

Peter Lames (Absolvent des Animationsinstituts an der Filmakademie Baden-Württemberg),

Apollonia Hartmann und David Anastacio von Accenture Song Conent Germans (vormals

Mackevision) in Stuttgart für ‚Dune – Prophecy‘ von Anna Foerster.

Für ‚Habt ihr den gesehen‘ von Anton Kleinert bekommen die Artists David Schubert, Lia

Bauer und Katrin Wohnhas (alle Hochschule der Medien in Stuttgart) den Baden-

Württembergischen Filmpreis in der Kategorie VFX-Studierende.

‚Marry Me‘ von Alex Kühn (Regie), Marco Henn (Producer) und Nico Schrenk (Kamera) von

der Filmproduktion MSB-Films in Freiberg am Neckar ist der Gewinner des diesjährigen

Baden-Württembergischen Filmpreises in der Kategorie Werbefilm. Auftraggeber des Spots

ist die Volkswagen AG.

Der Stuttgarter Regisseur Franz Böhm bekam für seinen Kurzfilm ‚Rock, Paper, Scissors‘ bei

der Preisverleihung den mit 1.000 Euro dotierten Publikumspreis, gestiftet von Lotto BW.

Der Preis wurde im Vorfeld der Landesfilmschau bei mehreren Vorstellungen im Südwesten

ermittelt. Diese Votings veranstaltete das Filmbüro Baden-Württemberg e. V. gemeinsam mit

Lotto BW und dem Verein Kinomobil.

Der Tübinger Kinobetreiber, Regisseur und Filmverleihers Stefan Paul wurde für sein

Lebenswerk mit dem diesjährigen Baden-Württembergischen Ehrenfilmpreises ausgezeichnet.

Filmbüro Baden-Württemberg e.V., Friedrichstraße 37, 70174 Stuttgart

Laudatorin Stefanie Schneider, SWR-Landessenderdirektorin, hob seine Verdienste für den

Filmstandort Baden-Württemberg hervor.

Zum Abschluss der 31. Filmschau Baden-Württemberg wurden die Preise im Rahmen der

festlichen Preisverleihung in der Kulturlounge Dürnitz im Alten Schloss in Stuttgart an die

Gewinnerinnen und Gewinner überreicht.

Gewinner*innen des 22. Jugendfilmpreises

Die Gewinner*innen in den 13 Kategorien des diesjährigen Jugendfilmpreises sind:

Corn Baum aus Stuttgart erhält für seinen in England gedrehten Film ‚Omega Dude Bros‘ den

Jugendfilmpreis in der Kategorie Bester Film.

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Förderpreis geht an die drei Geschwister Cornelius,

Matthias und Anja Schwarz für ‚Echt digital‘.

Lars Wermund wird für seine Rolle in ‚Auf Wiedersehen‘ von Lars Leucht aus Karlsruhe mit

dem Jugendfilmpreis in der Kategorie Beste Schauspielerische Leistung belohnt.

Die Jury vergab den Jugendfilmpreis in der Kategorie Bestes Drehbuch an Lars Leucht aus

Karlsruhe für seinen Film ‚Auf Wiedersehen‘.

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Bester Animationsfilm geht an ‚Selbstbilder‘ von

Merlin Fahrbach aus Vaihingen (teilweise in Schorndorf gedreht).

Anna Sachstetter aus Röhrmoos und Studentin in Ravensburg bekommt für

‚Kettenbaggeropa‘ den Jugendfilmpreis in der Kategorie Bester Dokumentarfilm. Der Preis

ist mit 500 Euro dotiert, gestiftet vom Haus des Dokumentarfilms – Europäisches

Medienforum Stuttgart e. V.

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Beste VFX wurde ‚Das Geheimnis des Captain Zota‘

von Nick Seidenspinner aus Markgröningen ergeben.

Über den Jugendfilmpreis in der Kategorie Beste Kamera darf sich Neele Heim‘ für ‚Outside‘

von Rocco Moreno aus Sindelfingen freuen.

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Bester Schnitt geht an ‚Soulhouse‘ von Jonathan Rosin

aus Pforzheim.

Den Jugendfilmpreis in der Kategorie Bester Clip holten Moritz Müßig aus Neckargmünd

und Lorenz Baier für ‚Zuckerrand‘.

Für seine Arbeit an ‚Outside‘ von Rocco Moreno aus Sindelfingen wird Marius Zeeb mit dem

Jugendfilmpreis in der Kategorie Bestes Sounddesign geehrt. Der Film entstand in

Böblingen.

Den Jugendfilmpreis in der Kategorie Bestes Szenenbild hat die Jury ‚Voll Verträumt‘ von

Reyk Appenzeller aus Stuttgart zugesprochen.

Über den Jugendfilmpreis in der Kategorie Beste Ensembleleistung darf sich das Team von

Jannik Weißes ‚Corner Boys‘ (Klasse 8a Gemeinschaftsschule Ludwigsburg) freuen.

Hier alle Jury-Begründungen im Wortlaut:

Spielfilm: ‚Babystar‘ von Joscha Bongard

„Die Jury war sich sofort einig: Dieser Film ist eine tolle Mischung aus Vision, Haltung und

Handwerk. Ungesehene Ideen verschmelzen mit klug eingewebten Zitaten und formen eine akkurate,

visuell wie konzeptionell beeindruckende Welt. Mit charmantem Lächeln erzählt der Film

von innerer Leere, der Weirdness menschlicher Selbstinszenierung und der Kälte sozialer

Oberflächlichkeit. Behauptungen werden entlarvt, Social-Media-Fassaden brechen auf und

eine wichtige, selbstironische Botschaft bleibt zurück. Die präzise Kamera, das starke Spiel

der jungen Hauptdarstellerin und der Mut der Newcomer-Produzentinnen formen ein Werk,

das weit über sein Format hinausstrahlt.

Der Titel ‚Babystar‘ passt zu allen Beteiligten: einem sehr jungen Regisseur, einer neuen

Produktionsfirma mit zwei Produzentinnen und einer herausragenden Jungschauspielerin.

Aber das Ergebnis wirkt alles andere als unreif: Es ist ein souveränes Debüt, das zeigt, dass

man von diesem Team in Zukunft ernsthaft etwas erwarten darf.“

Jury Spielfilm: Alina Yklymova (Autorin und Regisseurin), Hanna Seidel (Regisseurin) und

Hanns Höhn (Produzent).

Kurzfilm: ‚Majini‘ von Joshua Neubert und Victor Muhagachi

„‘Majini‘ ist ein ergreifendes Kammerspiel auf dem Meer, das universelle Themen in einem

kleinen Kosmos verdichtet und damit viele Menschen berührt. Die deutsch-tansanische Ko-

Regie von Joshua Neubert und Victor Muhagachi schafft ein eindringliches Porträt vom

existenziellen Druck, nicht versagen zu dürfen, und den Gefahren, die daraus erwachsen.

Der Film besticht durch seine visuelle Kraft: Larius Kieningers Kamera fängt die Weite des

Indischen Ozeans und die Enge der brüderlichen Beziehung gleichermaßen ein. Die

puristische Inszenierung entwickelt eine intensive Sogwirkung. Emma Holzapfels Schnitt und

Peter Albrechts atmosphärische Musik mit traditionellen tansanischen Gesangselementen

verstärken die existenzielle Dringlichkeit der Erzählung.

Das Wasser wird zum vielschichtigen Symbol: Lebensgrundlage und Bedrohung zugleich,

Spiegel innerer Ängste und Ort der Bewährung. Faris Zerrissenheit im entscheidenden

Moment fesselt. Die Darstellung der Swahili-sprechenden Brüder ist von großer Authentizität

geprägt. Ein berührender Film von großer Wahrhaftigkeit.“

Jury Kurzfilm: Giovanna Thiery (Festivalleiterin), Kurt Kilian Eifler (Creative Producer) und

Raphaela Deininger (Autorin).

Dokumentarfilm ‘Born To Fake’ von Benjamin Rost, Erec Brehmer

„Erec Brehmer und Benjamin Rost gelingt mit ihrem Porträt nicht nur die einzigartige

Aufarbeitung eines beinahe in Vergessenheit geratenen Medienskandals. Ihr Dokumentarfilm

gewährt einen ungewöhnlichen Blick auf ein Mediensystem der 1990er-Jahre, das zum Teil

stark auf Sensationen ausgerichtet war: 1996 fälschte der Fernsehjournalist Michael Born

dutzende Beiträge für das Privatfernsehen und erschütterte damit Deutschland.

Witzig und unterhaltsam begibt sich ‚Born to Fake‘ auf Spurensuche und erzählt nicht nur die

Geschichte eines Medienskandals, sondern schlägt provokant einen Bogen zur Gegenwart –

zu Fake News und Künstlicher Intelligenz. Mit bislang unveröffentlichtem Archiv- und

Rohmaterial leistet ‚Born to Fake‘ einen bedeutenden Beitrag zur aktuell pressierenden

gesellschaftlichen Debatte.“

Jury Dokumentarfilm: Daniela Fritz (Dokumentarfilmerin,) Eric Friedler

(Dokumentarfilmregisseur) und Michaela Kobsa-Mark (Dokumentarfilmerin).

Animationfilm ‘The Undying Pain of Existence’ von Oscar Jacobson

„Die in diesem Jahr nominierten Filme zeigen eine bemerkenswerte Vielfalt an

Handschriften, Techniken und erzählerischen Ansätzen. Neben studentischen Arbeiten stehen

unabhängige Produktionen, deren Produktionsvoraussetzungen nicht unterschiedlicher sein

könnten. Der Gewinnerfilm beeindruckt durch seine visuelle Sprache, mit der die Regie

Selbstbeherrschung und den darauffolgenden Kontrollverlust in kraftvolle Bilder übersetzt.“

Jury Animationsfilm: Nina Prange (Creative Producerin ), Regina Welker.

(Animationsregisseurtin) und Sveta Yuferova (Animationsregisseurin).

Werbefilmpreis ‘Marry Me’

„Der diesjährige Gewinner ruft gekonnt in Erinnerung, dass man auch Technologie mit Herz

und Humor vermitteln kann. Nein, sogar sollte! Denn der Spot ‚Marry me‘ für den VW ID.3

ist ein Meisterstück des „Show, don’t tell“.

Wir steigen dabei ein in die Geschichte eines herzerwärmend kreativen Heiratsantrags,

umkurven aber dennoch gewitzt unsere Erwartungen: Denn das Fahrzeug und seine Features

werden auf kreative Weise zur Bühne einer Story voller kleiner Wendungen. Darin wird die

Rückfahrkamera zum Wingman des antragstellenden Beifahrers, woraufhin der autonome

Auspark-Assistent als Retter für die umgarnte Fahrerin in Szene tritt, um ihr zu helfen, sich

geschickt aus der Affäre zu manövrieren.

Botschaft, Idee sowie Umsetzung sind auf den Punkt und aus einem Guss – getragen von

einem Cast, der einfach Spaß macht und mit pointiertem Acting um die Ecke kommt. Kurz:

alles auf international hohem Niveau und einfach preiswürdig.“

VFX-Studierende: ‚Habt ihr den gesehen`von Anton Kleinert

„Dieses Projekt zeigt auf herausragende Weise, dass der Einsatz visueller Effekte wirklich

verstanden wurde. Die Effekte unterstützen die erzählte Geschichte subtil und wirkungsvoll,

ohne sich in den Vordergrund zu drängen und fügen sich nahtlos in die Szenerie ein.

Qualitativ ist die VFX-Arbeit so exzellent umgesetzt, dass selbst erfahrenen Profis ohne die

Auflösung im Breakdown an manchen Stellen kaum aufgefallen wäre, was hier alles ergänzt

wurde – und genau so soll es sein. Gleichzeitig ist deutlich erkennbar, dass der Aufwand nicht

auf ein Minimum reduziert, sondern mit großem Engagement und echter Leidenschaft

umgesetzt wurde.

Die Liebe zum Detail und die vielen kreativen Einfälle machen das Bild lebendig,

atmosphärisch und visuell spannend.“

VFX-Studios: ‚Dune – Prophecy‘

„Herausragend bei ‚Dune‘ waren für uns, neben der erstklassigen Qualität der visuellen

Effekte, vor allem die enorme Komplexität sowie die aufwendige Lookfindung und das

präzise Design. Die Visual Effects fügen sich nahtlos in den anspruchsvollen, ikonischen

Look des ‚Dune‘-Universums ein und verstärken dessen visuelle Kraft auf eindrucksvolle

Weise.

Für uns steht fest: Hier wurde etwas wirklich Einzigartiges und Außergewöhnliches

geschaffen. Das komplexe Asset stellt eine enorme Herausforderung dar – und diese wurde in

bemerkenswerter Weise gemeistert. Wir gratulieren Accenture Song herzlich zu diesem

herausragenden Projekt und zu dem wohlverdienten Preis

Jurybegründungen der 13 Jugendfilmpreise

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Bester Film 2025:

OMEGA DUDE BROS.

Regie: Corn Baum

„Die Startposition für die kreative Welt von Corn Baum ist hier ein Aufzug. Und wie gerne

lässt man sich mitnehmen. Der Held von ‚Omega Dude Bros‘ setzt sich mit sich selbst und

dem Begriff der Männlichkeit auseinander. Durch die unvermittelte Begegnung mit dem

Trainer werden Protagonist und Zuschauer tiefer in den Kurzfilm hineingesogen. Die

Bildgestaltung, der Schnitt sowie das Spiel zwischen Sound und Musik wirken fesselnd. Auf

seine Art erschafft Corn Baum in ‚Omega Dude Bros‘ eine ganz eigene audiovisuelle Welt,

die sich auf allen Ebenen gestalterischer Elemente bedient, was den Film nicht nur unterstützt,

sondern auf die nächste Stufe anhebt. Es macht einfach Spaß, die „Filmhelden“ als Zuschauer

zu begleiten und einzutauchen in diese skurrile, witzige und manchmal auch nachdenkliche

Welt: Eine feine Mischung aus ‚Trainspotting‘ und Coming of Age.“

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Förderpreis 2025:

ECHT DIGITAL

Regie: Cornelius Schwarz, Matthias Schwarz, Anja Schwarz

„Die digitale Welt ist gigantisch, abwechslungsreich, voller Wissen und Kreativität. Sie bringt

uns entfernte Welten nahe, hilft uns im Alltag und kann uns die Zeit vertreiben. Sie kann aber

Filmbüro Baden-Württemberg e.V., Friedrichstraße 37, 70174 Stuttgart

auch überfordern, verunsichern und einsam machen. All das haben die drei Geschwister

Cornelius, Matthias und Anja Schwarz in ihrem Animationsfilm ‚Echt Digital‘ angesprochen

und in liebevoller Kleinstarbeit animiert. Mit großer Liebe zum Detail, beeindruckender

Fleißarbeit und vielen schönen Bildideen ist ein bemerkenswerter Kurzfilm zu einem sehr

aktuellen Thema entstanden. Wir waren begeistert und hoffen, dass das Trio auch weiterhin

so wundervoll kreativ zusammenarbeiten wird.“

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Beste Schauspielerische Leistung 2025:

AUF WIEDERSEHEN

Regie: Lars Leucht // Preisträger: Lars Wermund

„Lars Wermund ist eine Traumbesetzung für diesen Film. Wie selbstverständlich er vor der

Kamera agiert, wie locker, wach und ruhig, da können sich viele Schauspieler nur die Augen

reiben. Lars Wermund kann das, was echte Profis sich erst wieder mühsam erarbeiten müssen.

Die Kamera ist sein Freund, unaufdringlich, beiläufig, aber absolut sicher. Woher auch immer

er das hat, nehmen lassen darf er sich das bitte nicht. Der Filmtitel sollte ein Versprechen

sein: ‚Auf Wiedersehen‘!“

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Bestes Drehbuch 2025:

AUF WIEDERSEHEN

Regie: Lars Leucht // Preisträger: Lars Leucht

„Lars Leucht zeigt eine kleine Welt ganz groß: Ein Mutterkonflikt soll bitte tödlich enden,

aber doch nicht hoffnungslos. Das allein ist schon sehenswert. Die Umsetzung macht Lust,

mehr solche Drehbücher zu sehen, in denen der Tod nicht das letzte Wort hat, nicht nur ein

altes Geschäftsmodell ist, sondern vor allem ein Anlass ist zum Umdenken. Und das ohne

große Special Effects, sondern tatsächlich einfach und allein mit einer guten Geschichte.

Todsicher zum Schmunzeln – und irgendwie auch zur Nachahmung empfohlen.“

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Bester Animationsfilm 2025:

SELBSTBILDER

Regie: Merlin Fahrbach

„Kamerafahrt: Eine Katze sitzt im Zugabteil und blickt hinaus. Fünf Sekunden versinken wir

in ihren grünen Augen, bis ein Handyklingeln die Stille bricht. Über die Mailbox erfahren

wir, wohin unser Protagonist reist, was die Welt von ihm erwartet – und an seinen animierten

Reaktionen, wie es ihm damit geht. Kleine Details verraten mehr: der Verband am

Handgelenk, das nervöse Kratzen, die Barthaare aus Büroklammerdraht, die je nach

Stimmung ihren Winkel ändern. Allein wie Merlin Fahrbach seine Figur in diesem

zauberhaften Stop-Motion-Puppentrick im Sitz zusammensacken lässt, ist so punktgenau

animiert – großartig! Er erzählt eine leise und zugleich fesselnde Geschichte, die den

Zuschauer mit Hilfe eines detailverliebten Szenenbilds und eines Protagonisten, den man

sofort ins Herz schließt, auf eine Reise mitnimmt. Nächster Halt: der Jufi-Preis für den besten

Animationsfilm 2025!“

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Bester Dokumentarfilm 2025:

Filmbüro Baden-Württemberg e.V., Friedrichstraße 37, 70174 Stuttgart

KETTENBAGGEROPA

Regie: Anna Sachstetter

„Das Leben hat die wahren Geschichten, der Dokumentarfilm fängt sie ein und lässt uns

daran teilhaben. Davon hätten wir dieses Jahr gerne mehr gesehen. Klasse, dass Anna

Sachstetter ihre Geschichte vom ‚Kettenbaggeropa‘ erzählt hat. In ihrem Film geht es um die

Suche nach einem verlorengegangenen Familienmitglied und um das Öffnen von Türen,

hinter denen traurige und schmerzhafte Erinnerungen warten können. Mit kreativen Bild-

Ideen und einer besonderen Montage hat die Regisseurin die Suche nach ihrem Großvater

nachgezeichnet und sensibel ein auch schmerzbehaftetes Thema in der eigenen Familie zur

Sprache gebracht. Der Film hat uns sehr berührt und wir hoffen, dass Anna Sachstetter weiter

Geschichten aus dem echten Leben erzählen möchte.“

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Beste VFX 2025:

DAS GEHEIMNIS DES CAPTAIN ZOTA

Regie: Nick Seidenspinner // Preisträger: Nick Seidenspinner

„Das Geheimnis des Captain Zota … ist nicht neu. Die Suche nach der Unsterblichkeit auch

nicht. Nick Seidenspinner nähert sich dem Thema so unbekümmert wie sein Protagonist.

Beide sind mit Entdeckerlust unterwegs und stolpern munter entlang an alten, großen

Vorbildern klassischer Stummfilmästhetik. Auf der Suche nach dem verlorenen Schatz lässt

sich Nick Seidenspinner neugierig einfangen von einer Welt in Schwarzweiß, von

Trugbildern und Postproduktion. Die drei Minuten Jagd nach Unsterblichkeit scheitert – aber

nicht die Arbeit in der Postproduktion, die hat ein Happyend: den Jufi-VFX-Preis 2025.“

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Beste Kamera 2025:

OUTSIDE

Regie: Rocco Moreno // Preisträgerin: Neele Heim

„Beste Kamera für den Kurzfilm ‚Outside‘ von Rocco Moreno, Bildgestaltung: Neele Heim.

Der Kurzfilm ‚Outside‘ besticht durch seine gelungene Umsetzung in der Bild- und

Lichtgestaltung, welche sich der Geschichte anpasst und eigene Akzente setzt und unterstützt.

Die Kardrage folgt dem Spiel des Protagonisten. Sie nähert sich ihm sensibel an und

verdichtet atmosphärisch. Dadurch eröffnet sich dem Zuschauer eine Welt, der man sich nicht

entziehen kann und will. Der audiovisuelle Suspense, angelehnt an ‚Hell & Be Quiet‘ fesselt.

‚Outside‘ ist ein Kammerspiel, verpackt als Endzeitkurzfilm. Die Einsamkeit sowie die

Hoffnungslosigkeit in einer lebensbedrohlichen Welt wurde dezent und subtil durch Nele

Heims Kameraarbeit. Sie hat bei uns einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Bester Schnitt 2025:

SOULHOUSE

Regie: Jonathan Rosin // Preisträger: Jonathan Rosin

„Der Kurzfilm ‚Soulhouse‘ führt unsere Wahrnehmung gekonnt in die Irre. Zwei Ichs

begegnen sich und verschmelzen zu einer spannungsgeladenen Choreografie, unterstützt und

hervorgehoben durch eine Filmmontage, die Impulse setzt. Die ungewöhnliche, temporeiche

Bildgestaltung in Kombination einer subtilen Kameraführung prallt förmlich durch den

Schnitt auf- und aneinander. Das Horror-Genre wird im Kurzfilm ‚Soulhouse‘ bestens

bedient. Wir hatten sichtlich Spaß beim Anschauen des Kurzfilms, der – teils im Stil eines

Clips – die lauten und leisen audiovisuellen Stimmungen im Schnitt hervorragend

zusammenfügt.“

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Bester Clip 2025:

ZUCKERRAND

Regie: Regie: Moritz Müßig, Lorenz Baier

„Erst unscharf, dann ganz verträumt, tanzt Adam im Club zu ‚Streichelt‘ und hängt

gedanklich seiner Verflossenen nach. Die einzige Möglichkeit, ihr zu begegnen: ein Schluck

vom Zuckerrand. Close-up auf den Kehlkopf. Dann gleiten wir durch Kaleidoskop-Welten,

schauen tief ins Glas, das Gift verteilt sich in den Venen – und Adam taucht auf im

vermeintlichen Paradies. Wunderbar auf die Musik abgestimmt finden Moritz Müßig und

Lorenz Baier im Musikclip ‚Zuckerrand‘ die perfekten Bilder für die Lyrics, spielen gekonnt

mit Tempo und Licht und beeindrucken mit abwechslungsreicher Kamera, Effektlinsen und

starkem Szenenbild. Preiswürdig!“

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Bestes Sounddesign 2025:

OUTSIDE

Regie: Rocco Moreno / Preisträger: Marius Zeeb

„‘Outside‘ überzeugt mit reifem Sounddesign. Nicht das Laute steht im Vordergrund, sondern

Ruhe und Weglassen verleihen dem Film Wirkung. Ein kaum modulierendes atmosphärisches

Rauschen führt durch die Handlung und etabliert eine dunkle, einsame Welt, ohne sie konkret

auszuerzählen. Besonders nachts, wenn Maurice nach außen blickt, erinnert der Klang an

‚The Last of Us‘, als sei draußen eine von Zombies eroberte Zone. Die Stimme seiner Frau,

die nur in seinem Kopf existiert, wird mit der Nähe zum Mikrofon und subtil eingesetztem

Reverb überzeugend gestaltet. Das mühsame Aufstehen ist durch eine tickende Uhr, Hall und

Gong sowie mit einem nicht endenden bedrohlichen Feedback unterstützt. Das Sounddesign

wird vorsichtig zur Filmmusik. Gegen Ende leitet ein kraftvoller Drumpart die Auflösung ein.

Marius Zeeb zeigt hier, wie laut auch Stille sein kann.“

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Beste Ensembleleistung 2025:

CORNER BOYS

Regie: Jannik Weiße

„‘Corner Boys‘ ist ein packender und mit viel Liebe zum Genre inszenierter Kurz-Krimi.

Abwechslungsreich in der Kameraführung und den Schnitten behält der Film seine Spannung

bis zur letzten Sekunde. Aber vor allem zeigt er eine beeindruckende Gruppenleistung. Allein

am Drehbuch haben sechs junge Menschen gearbeitet, hinter der Kamera standen acht, im

Szenenbild haben fünf gewerkelt, im Sounddepartment sechs und an Schauspielenden hat es

auch nicht gemangelt, da waren es mehr als zehn. Eine beeindruckende Leistung, wie es diese

große Truppe geschafft hat, alle Gewerke zu einem runden Projekt zu verschmelzen.

Hopefully to be continued…“

Der Jugendfilmpreis in der Kategorie Bestes Szenenbild 2025:

VOLL VERTRÄUMT

Regie: Reyk Appenzeller // Preisträger: Reyk Appenzeller

„‘Voll verträumt‘ – mit großer Sensibilität erschafft Reyk Appenzeller eine traumhafte Welt,

deren Szenenbild weit über reine Gestaltung hinauswirkt. Unvollkommene Knetfiguren und

mit Alltagsmaterialien wie Stoff, Plexiglas oder Schlauchflicken angedeutete Räume und

Requisiten verleihen der Inszenierung Verletzlichkeit und Tiefe. Gezeichnete TV-Bilder von

Krieg und Klimakatastrophen verweisen auf unsere Realität, während der Protagonist im

Pepita-Schlafanzug unter einem gelben Regenschirm in eine Traumwelt aus Wattewolken

eintaucht, die zu Schäfchen werden – begleitet von fantastischen Fischwesen. Eisfläche,

Plastikmeer, gefährlicher Müll und ein kranker Fisch erzählen von Verlust, Hoffnung und

Zuwendung. Appenzellers Szenenbild weckt haptische Erinnerungen an die frühe Kindheit –

eine Phase, in der Verbindung und Fürsorge existenziell sind.