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SWR Doku Festival 2019

Das SWR Doku Festival geht 2019 in seine dritte Runde.

Von Mittwoch, 26. bis Samstag, 29. Juni dreht sich in Stuttgart zwischen Metropol-Kino, Haus der Katholischen Kirche und der Königsstraße wieder alles rund um das Dokumentarische – für alle. Mit einem hochwertigen Angebot im SWR Doku Kino, in der Doku Lounge und der SWR Doku Straße versucht der SWR, das Doku-Genre in seiner großen Vielfalt einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Das Motto "Komm ins Kino!" ist auch Bestandteil des aufmerksamkeitsstarken neuen Plakatmotivs, mit dem die Plakatreihe zum SWR Doku Festival fortgesetzt wird. 

Noch nie in der Geschichte des mit insgesamt 37.000 Euro dotierten Deutschen Dokumentarfilmpreises haben sich so viele Filmemacher wie 2019 beworben: 138 Filme wurden in diesem Jahr für den Deutschen Dokumentarfilmpreis, den Leserpreis der Stuttgarter Zeitung, den Preis der Norbert Daldrop Förderung für Kunst und Kultur, den Förderpreis vom Haus des Dokumentarfilms sowie den Preis für die beste Musikdokumentation, gestiftet von der Opus GmbH, eingereicht. 2018 waren es 135 Filme. Die Preisverleihung findet am Festival-Freitag, 28. Juni statt.

Die Hauptjury besteht in diesem Jahr aus dem Filmemachern Andres Veiel, er war zuletzt mit seinem Film „Beuys“ 2017 auf dem Festival. Die Produzentin und Regisseurin Irene von Alberti ist vielen in Stuttgart noch durch die Filmgalerie 451 bekannt. Die Schriftstellerin und Journalistin Petra Reski beschäftigt sich seit vielen Jahren vor allem mit der Mafia. Die Regisseurin Rosa Hannah Ziegler war im letzten Jahr mit ihrem Film „Familienleben“ nominiert. Ihr Kollege, der mehrfache Grimme-Preisträger Andreas Christoph Schmidt, hat sich mit seinen eindringlichen Geschichts- und Kulturdokumentationen einen Namen gemacht. Ansgar Frerich ist Produzent des Films „Of Fathers and Sons – Kinder des Kalifats“. Dieser Film gewann 2018 den Deutschen Dokumentarfilmpreis und wurde in diesem Jahr für den Oscar als bester Dokumentarfilm nominiert. Sigrid Klausmann-Sittler hat mit dem Dokumentarfilm „Nicht ohne uns“ und der Filmserie „199 kleine Helden“ Kindern aus aller Welt eine Stimme gegeben.

Die Preisverleihung und die nominierten Filme im Kino werden in diesem Jahr erstmals von Max Moor moderiert. Als Präsentator des ARD-Kulturmagazins „Titel, Thesen, Temperamente“ hat Moor eine große Affinität zum Dokumentarfilm: "Philosophen sagen: Was nicht wahrgenommen wird, existiert nicht. Wahrnehmen kommt von Wahrheit. Dokumentarfilme sind Wahr-nehmungs-Organe. Genauer sogar: Wahr-gebungs-Organe“, so Max Moor, der das Festival erstmals bei seinem Kick-Off auf dem Stuttgarter Schloßplatz am Freitag, 7. Juni im Rahmen der großen SWR-Tatort-Premiere beim SWR Sommerfestival präsentieren wird. 

Auf dem SWR Doku Festival werden zwölf für den Deutschen Dokumentarfilmpreis sowie drei für den Musikpreis nominierte Dokumentationen gezeigt. Am Festival-Samstag laufen im SWR Doku Kino zudem sämtliche Siegerfilme des Festivals. Insgesamt können die Zuschauer während des Festivals rund 60 Filme aus verschiedensten Doku-Genres erleben. Neben den nominierten Filmen zeigt das SWR Doku Festival im Kino auch wieder Arbeiten aus Hochschulen sowie Dokumentarfilme für Schüler. Neben anderen auch die preisgekrönte Serie „Der Krieg und ich“. Weitere Filme des Rahmenprogramms werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Ein Höhepunkt steht schon fest: Mit „Anniversary of the Revolution” wird am Festival-Donnerstag der vermutlich ältesten Dokumentarfilm der Filmgeschichte präsentiert. Der russische Filmpionier Dziga Vertov dokumentierte 1917 und 1918 die Russische Revolution und den darauffolgenden Bürgerkrieg. Der Film ist auch ein Beispiel für den Gebrauch des Dokumentarfilms als Propagandamittel. Er zeigt Aufnahmen der Februarrevolution in Petrograd und endet mit idyllischen Bildnern eines Landwirtschaftskollektivs. Der Film zeigt einen nachdenklichen Lenin und einen kämpfen Trotzki. Er dokumentiert Massenaufläufe ebenso wie Soldatenaufmärsche im Bürgerkrieg. Erstmals wurde der Film 1918 in Petrograd (heute Sankt Petersburg) gezeigt. Anschließend reiste Vertov mit dem Film im Gepäck durch Russland und zeigte ihn auf Bahnhöfen.1921 ging der Film aus unbekannten Gründen verloren. Bis vor kurzem waren nur 12 Minuten dieses Films bekannt. Diese Szenen wurden von Vertov und anderen Filmemachern immer wieder in anderen Filmen gezeigt. Der vollständige Film blieb verschollen.

Nach jahrelanger Suche konnte der russische Filmwissenschaftler Nikolai Izvolov zusammen mit seiner Kollegin Svetlana Ishevskaia den Film im staatlichen Dokumentarfilm- und Fotoarchiv in Krasnogorsk wieder zusammenstellen und restaurieren. Erstmals wieder öffentlich vorgeführt wurde „Anniversary oft the Revolution“ am 20. November 1918 auf dem Internationalen Dokumentarfilmfestival Amsterdam. Nikolai Izvolov wird diesen einzigartigen Film in Stuttgart selbst vorstellen.

Parallel zum SWR Doku Festival findet am 27. und 28 Juni der Branchentreff Dokville statt, veranstaltet vom Haus des Dokumentarfilms. Alle Infos hierzu gibt es online unter Dokville.de.

Am Freitag, 28. Juni läuft im Rahmen des Festivals in der Doku Lounge im Haus der Katholischen Kirche wieder der Filmpädagogische Fachtag von LFK, MFG und SWR – in diesem Jahr unter der Überschrift „Wege zum Dokumentarfilm in der Schule“. Anmeldungen und Infos: SWR.de/fachtag

Nachdem im vergangenen Jahr der Schüler-Workshop „Pocket Doku – Dokumentarfilm aus der Hosentasche“ so ein großer Erfolg war, bieten wir zusammen mit dem Werkstatthaus Stuttgart auch in diesem Jahr wieder Schülern die Gelegenheit, das Filmen mit Smartphone oder Tablet zu erlernen. Die Ergebnisse der Pocket-Doku-Workshops von Kindern und Jugendlichen sind am Samstagvormittag auf großer Leinwand im SWR Doku Kino zu sehen.

Die Vormittage der Doku Lounge stehen derweil ganz im Zeichen des Dokumentarfilms für Schüler. Unter anderem wird unser Jurymitglied Sigrid Klausmann-Sittler einige Episoden ihrer faszinierenden Reihe „199 kleine Helden“ präsentieren.

Neben solchen Filmvorführungen präsentiert die MFG in der Doku Lounge wieder ihre Filmgespräche. Dort geben Filmemacher einen Einblick in ihre Arbeit. Unsere Partner zeigen Projekte. Das Angebot wird neugierig machen auf die Vielfalt der dokumentarischen Filme.

Alle Informationen zum SWR Doku Festival finden Sie nach und nach online unter SWR.de/dokufestival.

Festival-Pässe können unter diesem Link erworben werden: Festival-Pass SWR Doku Festival

Einzel-Tickets für die Kino-Vorführungen im SWR Doku Kino (Metropol) sind dann an der Kino-Kasse im Metropol erhältlich.

Unsere Veranstaltungsorte: SWR Doku Kino im Metropol, Bolzstraße 10 I Doku Lounge im Haus der Katholischen Kirche, Königstraße 7.

  • Ort: Stuttgart
  • Kategorie: Filmfestival
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