Meisterklasse mit DOKVILLE Ehrengast Ruth Beckermann

Ruth Beckermann, die als Ehrengast des diesjährigen Branchentreffs DOKVILLE geplant war, wird im Herbst eine Meisterklasse im Haus des Dokumentarfilms (HDF) in Stuttgart geben. Diese findet am 25. September 2020 von 10 bis 16 Uhr statt.  
 
„Recherche und investigativer Dokumentarfilm versus Fakes war der Arbeitstitel des verschobenen Branchentreffs“, sagt Ulrike Becker, Leiterin des HDF. „Bis DOKVILLE wieder möglich ist, teilen wir diese Anliegen in kleinere Veranstaltungen auf, bei denen wir beispielsweise Abstandsregelungen garantieren können.“

„Wir freuen uns, mit Ruth Beckermann im September die Reihe unserer Meisterklassen fortführen zu können und darüber, dass wir die Filmemacherin weiterhin als Ehrengast bei uns haben werden – nur eben in einem anderen Format“, sagt DOKVILLE Kuratorin Astrid Beyer, die für die Meisterklassen des HDF verantwortlich zeichnet. Die renommierte Autorin, Ausstellungsgestalterin und Filmemacherin (u. a. „Waldheims Walzer“, „Die Geträumten“, „Jenseits des Krieges“) Ruth Beckermann wird am Freitag, den 25. September 2020, von 10 bis 16 Uhr Auskunft über ihr langjähriges Schaffen geben.


Kurzprofil von Ruth Beckermann

Einen außerordentlichen Erfolg hatte die Dokumentarfilmerin 1996 mit „Jenseits des Krieges“. In ihm ließ sie Besucher der „Wehrmachtsausstellung“ über ihre Eindrücke erzählen. Die Ausstellung wurde unter dem Namen „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ zwischen 1995 und 1999 in österreichischen und deutschen Städten als Wanderausstellung gezeigt. Viele der Besucher waren Soldaten im Zweiten Weltkrieg gewesen und erinnerten sich sehr unterschiedlich an das, was sie als Augenzeugen erlebt hatten. Die Filmemacherin bleibt stille Beobachterin und lässt die Menschen erzählen, zwingt ihnen keine Haltung ab.
Zehn Jahre davor, 1987, begibt sich Ruth Beckermann in „Die papierne Brücke“ auf Reise durch ihre eigene Familiengeschichte. Sie erzählt dabei zugleich die Geschichte der mitteleuropäischen Juden und die Historie einer Region. Diese Reise führte die Filmemacherin von Wien, wo ihre Großmutter den Krieg überlebte, in die Landschaft Osteuropas, die von der Verfolgung und Vernichtung der Juden zeugt.

Meisterklassen am Haus des Dokumentarfilms

Seit 2011 geben erfahrene, dokumentarisch arbeitende Filmautor*innen und-regisseur*innen bei den Meisterklassen am Haus des Dokumentarfilms Einblick in ihre Arbeit. Zu Gast waren bisher unter anderem Marcus Vetter, Rosa von Praunheim, Marcel Ophüls, Fred Breinersdorfer, Andres Veiel und Sherry Hormann.
Die Meisterklasse mit Ruth Beckermann ist auf 40 Teilnehmende beschränkt und unterstützt damit den direkten Austausch und das intensive Gespräch untereinander. Eine Anmeldung ist obligatorisch. Die Gebühr beträgt 40 Euro, Studierende zahlen 30 Euro. Mittagessen und Getränke inklusive. Anmeldung unter: uta.feichter@swr.de; Tel.: 0711-929-309-11.
 
Weiterführende Informationen: www.ruthbeckermann.com und www.dokville.de

 

Quelle: Pressemitteilung vom Haus des Dokumentarfilms vom 20. Mai 2020

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