teamWERK feierte 20 Jahre als Film Produktion GmbH und zugleich den Auftakt ins 30. Jahr seit der ersten Klappe 1996, damals noch als GbR. Das nahmen wir zum Anlass, zu Gast zu sein und uns das Studio in Bad Cannstatt genauer anzuschauen.
In einem über 100 Jahre alten Gebäude hat sich teamWERK eine kreative Heimat geschaffen. Das Haus hat bereits viele Wandlungen erlebt: Zuerst war es eine Pferdehandlung, später nutzten es zwei Winzerbrüder, ab den 1950er-Jahren diente es als Autowerkstatt und heute ist es ein Filmstudio. So vielseitig wie die Geschichte des Gebäudes ist auch das Schaffen von Team Werk. Neben Spielfilmen, Serien und Reportagen entstehen hier auch Schnittarbeiten und Synchronisationen ausländischer Produktionen.
Dass das Angebot einmal so breit aufgestellt sein würde, war ursprünglich nicht geplant. „Viele Dinge mussten wir einfach selbst machen, weil es in der Region niemanden gab, der das konnte“, erzählt Gründer und Geschäftsführer Günter Moritz.
Der Start im Jahr 1996 war für Moritz gleich ein echtes Abenteuer. Gemeinsam mit Mitgründer Alfred Ruoff reiste er für dreieinhalb Wochen nach Südafrika, um dort Pressefilme für die A-Klasse zu drehen. Doch nicht alles verlief nach Plan: Das Auto sollte auf dem Meeresboden zwischen zwei Inseln versenkt werden, während zwei Taucher darinsitzen und ein Hai den Wagen umkreist. Schon drei Monate zuvor hatte man eine A-Klasse nach Südafrika verschifft, um daraus ein Floß zu bauen, das das Fahrzeug zum Drehort bringen würde. Am Drehtag stellte sich jedoch heraus, dass das Floß zu klein war. „Das war natürlich ein aufregender Start für eine so junge Firma“, erinnert sich Moritz schmunzelnd. Am Ende hat es mit den Aufnahmen aber doch noch geklappt.
Auch wenn beim Dreh nicht immer alles perfekt läuft, kann in der Postproduktion vieles gerettet werden. „Durch den Schnitt kann man einen Film in die gewünschte Richtung lenken. Selbst wenn ein Schauspieler nicht optimal spielt, kann er im Schnitt noch zu einem sehr guten Schauspieler werden. Das finde ich an dieser Arbeit so faszinierend“, sagt Monika Agler, die seit über 20 Jahren bei teamWERK arbeitet und neben Günter Moritz Geschäftsführerin ist. Eines ihrer aktuellen Projekte sind 30-minütige Filme für ‚Handwerkskunst‘, den zweitgrößten ARD-Kanal auf YouTube.
Bei Dokumentationen schreckt teamWERK nicht davor zurück, ernste Themen zu behandeln. In „Ich bin ein Zeuge“, bei dem Günter Moritz Regie führte, geht es um Menschen, die den Zeugen Jehovas den Rücken gekehrt haben. Angefangen hat es als Fotoprojekt von Andreas Reiner. Doch es entwickelte sich zu einer Dokumentation, bei der die Aussteiger zu Wort kommen.
Für die Filmabnahme und die Sichtung fertiger Produktionen nutzt das Team das eigene Kino, das zugleich als Raum für Sprachaufnahmen und Synchronisationen dient. „Schauspieler benötigen Platz bei Tonaufnahmen, um sich zu bewegen, sie sind von den Möglichkeiten hier total begeistert“, erklärt Monika Agler. „Es hat zwar lange gedauert, wir haben sehr viel in Schall- und Isolierungstechnik investiert, aber jetzt sind wir sehr froh, diesen Raum zu haben.“
Ein neues Herzensprojekt steht bereits bevor: die Verfilmung des Romans über Ritter Sport von Romy Herold. Dafür hat sich teamWERK die Optionsrechte gesichert. Der Film soll in Kooperation mit einer weiteren Produktionsfirma entstehen. „Clara und Alfred Eugen Ritter gründeten die Firma hier in Bad Cannstatt, wir befinden uns also auf historischem Boden“, sagt Günter Moritz. Von den ersten Abenteuern in Südafrika bis zu kommenden Projekten wie der Ritter-Sport-Verfilmung zeigt teamWERK, dass Kreativität, handwerkliches Können und Leidenschaft auch nach über 20 Jahren keinen Halt kennen und Bad Cannstatt weiterhin ein Drehpunkt für außergewöhnliche Geschichten bleibt.




