ITFS Stuttgart, Bild: Reiner Pfisterer
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Netzwerk der Filmfestivals in Baden-Württemberg stellt sich für die Zukunft auf

Nach der Gründung des Netzwerks im vergangenen Jahr haben die Filmfestivals in Baden-Württemberg nun ein Positionspapier erstellt und einen Sprecher*innenkreis gewählt.

Direkt nach der Gründung des Netzwerks der Filmfestivals in Baden-Württemberg veränderte sich durch die andauernde Pandemie die Situation aller kulturellen Initiativen und Institutionen mit ihren Beschäftigten. Dabei wirkt – wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen auch – diese Pandemie wie ein Brennglas, das die schon vor Corona bestehenden Herausforderungen und Probleme noch deutlich sichtbarer gemacht hat. Die schon länger spürbaren Transformationen im gesamten Kino- und Filmbereich beschleunigen sich dadurch rasant.
Die Filmfestivals verstehen sich dabei als zunehmend wichtiger werdender Faktor zur Stärkung der Film- und Kinokultur. Mit ihrer gesteigerten Relevanz wollen sie vor allem auch die in der Pandemie stark in Mitleidenschaft gezogenen Kinos als wichtige Säule zum gemeinschaftlichen Erlebnis und Austausch sowie zur Vermittlung von allen Ausprägungen des Films, national und international, historisch und aktuell, solidarisch stärken. Kinos und Filmfestivals befruchten und stärken sich gegenseitig!
Durch die Pandemie konnten viele Filmfestivals in den letzten zwölf Monaten ihre Programme nur noch online der Bevölkerung und dem Fachpublikum zugänglich machen. Auch zukünftig kann für manche Filmfestivals die Ergänzung ihrer Programme mit Online-Angeboten eine interessante und wichtige Erweiterung darstellen. Dabei betont das Netzwerk jedoch ausdrücklich, dass diese sogenannten hybriden Programmpräsentationen nicht für alle Arten der Festivals sinnvoll sind. Im Mittelpunkt sollte auch zukünftig immer die persönliche Begegnung, der direkte und auch spontane Austausch, die Präsentation vor realem Publikum auf der Kinoleinwand stehen, als zentrale Aufgabenstellung der kulturpolitischen Programmatik.
Selbst wenn die Problematik sterbender Kinobauten gerade in den Innenstädten nicht neu ist, haben doch die letzten, auch bundesweit für Aufmerksamkeit sorgenden Auseinandersetzungen um das Kino Arsenal in Tübingen, das Scala-Kino in Konstanz und das Metropol in Stuttgart gezeigt, wie wichtig Kino und Filmfestivals als neuralgische soziale Organe städtischer Infrastruktur sind. Kinos und Festivals können deswegen die richtigen Antworten auf die wichtige Fragen geben, wie öffentliche Lebensräume, gerade in den Innenstädten, für die Bevölkerung gestaltet werden müssen.
Die Filmfestivals wollen ein zentraler Part von Kulturvermittlung und Bildungspolitik sein. Dies in alle gesellschaftlich relevanten Kreise zu kommunizieren ist eine wichtige Aufgabe des Netzwerkes. Es versteht sich als Ansprechpartner für die Politik, vor allem auch, um die zur kulturellen Aufgabenerfüllung wichtige Unterstützung zu verbessern und zukunftsfähig zu machen. Das Netzwerk sieht dabei gerade in der Kulturpolitik des Landes Reformbedarf. Die Filmfestivals in Baden-Württemberg sind sehr unterschiedlich strukturiert und ausgestattet. Diese Heterogenität und Diversität sieht das Netzwerk ganz bewusst als kulturellen Vorteil, diese Vielfalt als Stärke!
Als zentrales Kommunikationsorgan wurde vom Netzwerk der Filmfestivals in Baden-Württemberg ein Sprecher*innenkreis gewählt. Neben Helga Reichert, bisherige Intendantin der Biberacher Filmfestspiele, besteht dieser Kreis aus Dr. Sascha Keilholz, Leiter des Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg, sowie Dieter Krauß vom Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart (ITFS).

 

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