Still aus "Das Jenke Experiment" | Bild: Naturvision Filmfestival 2020
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NaturVision Filmfestival Kongress #Plastikverhütung

Gemeinsam die Probleme angehen: der zweite NaturVision Kongress vernetzt Akteure.

In ungewohntem Online-Format versammelte der zweite NaturVision Kongress #Plastikverhütung am 09. Oktober 2020 in der Musikhalle Ludwigsburg und online wieder Expert*innen und Interessierte zu einem erfolgreichen Austausch. 171 Teilnehmende und 12 Referent*innen konnten in Vorträgen und Workshops neueste Erkenntnisse zum Thema „Plastik“ gewinnen und sich über Lösungsstrategien informieren und austauschen.

„Das Wichtigste ist, im Austausch zu bleiben – damit alle voneinander lernen können und dieses wichtige Thema immer wieder ins Rampenlicht geholt wird“, betont NaturVision Festivalleiter und Gastgeber Ralph Thoms. „Gerade in der aktuellen Situation, in der wichtige Umweltthemen in den Hintergrund rücken und wir in einigen Branchen einen Rückschritt in Sachen Nachhaltigkeit erleben, sehen wir uns in der Verantwortung, sowohl die Probleme als auch die Lösungen und Best Practice Beispiele sichtbar zu machen. Und bei rund sechs Millionen Tonnen Plastikmüll jährlich müssen wir von einer drängenden Frage sprechen.“

Die Referent*innen bestätigten einhellig, dass dieser Austausch enorm wichtig ist, denn nur im gegenseitigen Lernen können wirkliche Fortschritte im Bereich Recycling und Mehrweg erreicht werden. Die Vorträge und Workshops, moderiert von Dana Hoffmann, umfassten ein breites Spektrum aus Forschung, Industrie, Handel und Kommunen. So berichteten etwa Daiga-Patricia Kang von dm drogerie markt Deutschland und Uta Steffen-Holderbaum von Henkel über das Forum Rezyklat, das sich zur Aufgabe gemacht hat, Industrie und Handel an einen Tisch zu holen, um Recycling und Kreislaufwirtschaft flächendeckend einzuführen. Mit der Überzeugung, dass Nachhaltigkeit im Consumerbereich nur im Miteinander vorangetrieben werden kann, setzen einige (konkurrierende) Marktführer auf Coopetition und teilen ihre Erkenntnisse. Robert Klauer von VAUDE bestätigte, dass das Problem nur gemeinsam angegangen werden kann und man nur in einem Netzwerk, aus Vertreter*innen von Unternehmen, Kommunen, Zivilgesellschaft und Umweltschutz die vielen Fragen beantworten kann. Am konkreten Beispiel des Kunstrasens erläuterte Prof. Dr. Franz Brümmer, wie groß der Eintrag von Plastik und Mikroplastik aus dem Bereich Sport in die Umwelt ist und wie er reduziert werden könnte. Im Austausch mit Elvira Menzer-Haasis, Präsidentin Landessportverband Baden-Württemberg e.V., Thomas Müller, Vorsitzender der TSG Rohrbach, wurde diskutiert, wie Sportvereine hier aktiv werden können, aber auch mit Know How und vorbildhaften Aktionen unterstützt werden müssen.

Die Rolle von biobasierten Kunststoffen im Zusammenhang mit dem Thema Kreislaufwirtschaft beleuchtete Marc Zürn vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Die Suche nach Alternativen zu erdölbasiertem Plastikeinsatz führt unweigerlich zum Thema „Mehrweg“: Jens-Peter Wedlich vom Unverpackt-Laden Schüttgut, Dr. Andreas Köhler vom Öko-Institut Freiburg, Katja Nguyen Thanh von ‚Ludwigsburg packt ein‘ und Sabine Holzäpfel von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sehen die Zukunft in der Vermeidung von Plastik und stellten Möglichkeiten vor. Als Best Practice Beispiel konnten Madlen und Max Maier das Mehrwegsystem eatTAINABLE vorstellen, das im Gastronomiebereich eingesetzt wird. Im Workshop von Kongress-Mitveranstalter RENN.süd sprachen Raimund Gürtner, Stadtverwaltung Pfaffenhofen, Sylvia Schaab, Sprecherin vom Forum Plastikfreies Augsburg und Maria Kondra, Regionale Koordinatorin RENN.süd über die Möglichkeiten und Aktivitäten von Kommunen, die mit Vorbildcharakter wirken können.

Dass die Plastik-Problematik in der Politik ganz oben angesiedelt werden muss, betonten Minister Franz Untersteller, der die Kunststoffstrategie des Landes Baden-Württemberg vorstellte sowie auch der Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg, Matthias Knecht, der in seinem Grußwort der städtischen Verwaltung und der Stadtgesellschaft eine wichtige Rolle zusprach.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass der Dialog fortgeführt werden muss und lobten das Engagement von NaturVision. Die positiven Rückmeldungen und das starke Interesse der Beteiligten bestärkten das NaturVision Team darin, auch im nächsten Jahr das Thema „Plastik“ in einem weiteren Kongress zu fokussieren.

Die Vorträge und Workshopergebnisse sind auf der Website von NaturVision unter https://natur-vision.de/de/veranstaltungen/kongress-plastikverhuetung/streams/ abrufbar.

Im Begleitprogramm können noch bis 15. Oktober 2020 Filme und Interviews zum Thema gestreamt werden: https://natur-vision.de/de/veranstaltungen/kongress-plastikverhuetung/rahmenprogramm/

Mehr Infos zum Festival gibt es auf der Website https://natur-vision.de/.

Quelle: Pressemitteilung des NaturVision Filmfestivals vom 11. Oktober 2020

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